Sichtbar im Kreis Herford

Sunday, October 17, 2004

Sprachwissenschaftliches Gutachten zu der Formulierung "Jeder macht seins" von Prof. Dr. Luise F. Pusch

Hier ein Auszug aus dem Gutachten der Sprachwissenschaftlerin. Das vollständige dreiseitige Gutachten kann von Frau Budde, der Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Herford, angefordert werden.
...... > Die Formulierung "Jeder macht seins" ist aber auch aus Sicht der sprachlichen Geschlechterforschung abzulehnen. Zwar wird in den Pressekommentaren behauptet, "jeder" sei geschlechtsneutral - und denjenigen, die das nicht so sehen, wird die bekannte Palette unschöner Eigenschaften von Schwachsinn bis Bösartigkeit nachgesagt. Die Beschimpfungen ändern allerdings nichts an der sprachwissenschaftlichen Tatsache, daß Maskulina wie "jeder" nur pseudoneutral sind. Daß ihnen im Volksmund und in wissenschaftlich rückständigen Grammatiken Neutralität zugeschrieben wird, besagt noch lange nicht, daß sie sprachsystematisch tatsächlich neutral sind und/oder von der Sprachgemeinschaft als neutral verstanden werden. Es sollte klar sein, daß ein Oberbegriff, der formal mit einem seiner beiden Unterbegriffe identisch ist, nicht neutral sein kann: Beispiel: Jeder (angebl. Oberbegriff)/jeder, jede, jedes (Unterbegriffe).
Hier zwei überzeugendere Beispiele für neutrale Oberbegriffe: Pferd//Stute, Hengst oder das Neugeborene//die, der Neugeborene.
Daß die pseudoneutralen maskulina nicht wirklich neutral sind, zeigt sehr schön und deutlich folgende Formulierung aus dem Kommentar von Thomas Dohna: (war in der NW erschienen - die Red.) Da sitzen Kulturmanager, Juristen, Journalisten, Politiker und Künstler, darunter vier Frauen, in ihrer Freizeit zusammen....
Wenn wir das Wort "Frauen" durch "Männer" ersetzen, wird der Satz "irgendwie komisch":
Da sitzen Kulturmanager, Juristen, Journalisten, Politiker und Künstler, darunter vier Männer, in ihrer Freizeit zusammen.....
Das liegt daran, daß diese Maskulina eben höchstens pseudoneutral sind, daß sie - aus gramatikalischen und kulturhistorischen Gründen - die Lesart "Männer" nahelegen. Wenn sie dann so behandelt werden, als wäre die Lesart "Frauen" naheliegender, kommt es zum Zusammenstoß zwischen hergebrachter und neu verabreichter Bedeutung. Wären maskuline Personenbezeichnungen wirklich neutral, ließe sich dieser Effekt - und viele derselben Art - nicht erklären. Aus diesem Grund wird sich eine Gesellschaft, der es mit der sprachlichen Gerechtigkeit ernst ist, um Formulierungen bemühen müssen, die so wenig sexistisch wie möglich sind. ...............

Das Gewaltschutzgesetz - Rechtliche Möglichkeiten für Frauen seit dem 1.1.2002

Das Gewaltschutzgesetz bietet folgende Möglichkeiten:
1. Platzverweis durch die Polizei
Wird die Polizei zu einem Einsatz gerufen, hat sie die Möglichkeit, den Täter der Wohnung zu verweisen; d.h. er darf sich dort nicht aufhalten. Dieser sogenannte Platzverweis gilt bis zu 7 Tagen. Der Täter muss seinen Wohnungsschlüssel abgeben. In den 7 Tagen hat die Frau die Möglichkeit, weitere Schritte in Bezug auf eine Trennung einzuleiten. Die Polizei überrreicht ihr zu ihrer Unterstützung z.B. die "Notfallkarte" mit den Telefonnummern der Frauenberatungsstelle, des Frauennotrufs und des Frauenhauses.
2. Schutzanordnungen durch Gerichte
a) Opfer von Gewalt oder Gewaltandrohung können Schutzanordnungen, sogenannte Bannmeilen, bei Gericht erwirken.
Das gilt auch für:
b) Opfer des sogenannten "Stalking", d.h. der Verfolgung, Belästigung und des Nachstellens durch eine Person, mit der die Frau nicht zusammenlebt.
3. Wohnungszuweisung durch Gerichte
Opfer von Gewaltt können - unabhängig vom Familienstand (verheiratet oder nichteheliche Lebensgemeinschaft) und unabhängig von den mietrechtlichen Eigentumsverhältnissen - einen Anspruch auf Überlassung der Wohung geltend machen (Wohnungszuweisung bis zu 6 Monaten). Dies gilt auch für Eltern-Kind-Lebensgemeinschaften.
Auskunft zum Gewaltschutzgesetz geben alle Gleichstellungsstellen im Kreis Herford, die Frauenberatungsstelle und das Frauenhaus in Herford.

Sunday, October 10, 2004

Neuer Bürgermeister für Herford - Bruno Wollbrink, ein Bürgermeister den sich Frauen wünschen?

Bruno Wollbrink (SPD) übernimmt den Bürgermeisterstuhl vonThomas Gabriel (CDU). Für die Frauenpolitik in der Stadt Herford ist der Weggang von Herrn Gabriel kein großer Verlust, war doch über die Rücknahme der Kürzung der Gleichstellungsstelle gar nicht mit ihm zu reden. Ob Bruno Wollbrink für die Frauenbelange ein Gewinn ist, werden die Gespräche der FrauenStadtgruppe in den nächsten Wochen zeigen.

Wednesday, October 06, 2004

ZONTA-Frauen - Eine Radiosendung am 7. Oktober von 19.00 - 21.00 Uhr

Am Donnerstag, 7. Oktober 2004 bekommen Sie bei Radio Herford im Rahmen des BürgerInnenfunks von 19.00-21.00 Uhr etwas zum Thema: ZONTA-Frauen, zu hören. Was das ist? Die Frauen vom Frauenradio Kassandra haben ZONTA-Frauen interviewt - hören müssen Sie selbst. Welle 91,7 oder 95,9.